![]() |
|
|
|
Die palästinensische Verweigerung zu einer politischen Lösung des Konfliktes führte, in Hinblick auf eine solche politische Lösung in der nahen Zukunft, zu einem Vertrauensverlust unter den Israelis. Die grosse Zahl israelischer Opfer palästinensischen Terrors innerhalb der Grünen Linie, führten zu massivem öffentlichem Druck, der aus allen traditionellen politischen Lagern Israels kommt und der von der israelischen Regierung verlangt, bilateral einen Trennungszaun zu errichten, der die israelische von der palästinensischen Bevölkerung trennt. Dieser Sicherheitszaun soll dem Schutz vor palästinensischem Terror dienen, die bisherigen illegalen Grenzübertritte von Fahrzeugen und Menschen aus Gebieten unter palästinensischer Kontrolle ins israelische Kernland verhindert. Auf Abb. 19 ist der Plan für diesen Trennungszaun zu sehen, mit leichten Grenzkorrekturen nahe an der Grünen Grenze vorbeiführend. Diese Grenzkorrekturen sind hauptsächlich zum Schutz einiger nahe der Grenze gebauter Siedlungen vorgenommen worden, die nun innerhalb der israelischen Staatsgrenze liegen. Trotz Beteuerungen der israelischen Regierung, dieser Zaun diene ausschliesslich der Sicherheit, scheint es, dass langfristig diesem Zaun die Bedeutung einer nationalen Grenze zukommen wird. Der Zaun wurde von der Opposition rechtgerichteter Israelis und Siedler abgelehnt, da dieser die Grüne Line als ungefähre endgültige Grenze „definieren“ würde, und die meisten Siedlungen ausserhalb dieser Grenze zu liegen kämen. Die palästinensische Regierung (PNA) lehnt diesen Zaun ebenfalls ab.
Im Mai 2002, als die Zahl der
Selbstmordterrorangriffe zunahm, entschied die israelische Regierung
den Bau des Trennungszaunes teilweise in Angriff zu nehmen. Ein ähnlicher
Zaun hat seit Jahren erfolgreich das Eindringen aus dem viel kleineren
Gazastreifen verhindert. Abb. 19 zeigt den Originalplan, der aus bereits
existierenden und neuen Teilen besteht. Die erste Phase des Zauns, dessen
Bau am 16. Juni 2002 begonnen hatte, führt vom im Norden der Westbank
liegenden Salem Richtung Süden bis zu Kafr Kassem. Ein weiterer Teil des
Zauns ist für die Gegend um Jerusalem geplant. Der gesamte Trennungszaun
wird etwa 115 Kilometer lang sein und rund eine Million Dollar pro
Kilometer kosten. |
|
|
|
Abb. 19 – Trennungszaun entlang der Grünen Linie |
|
|
Der heutige
Stand (September 2003) – Eine Zusammenfassung
|
|
|
|
Der Trennungszaun |
|
|
|
|
|
Bau eines Durchganges für palästinensische Landwirte |
|
|
ZusammenfassungIm grossen Ganzen wird der bisherige Linienverlauf nahe der Grünen Grenze durchgeführt. Versuche der Regierung, den Zaun an einigen Stellen weiter ins palästinensische Kernland zu verlegen und jüdische Siedlungen einbeziehen, wurden auf Grund internationalen Druckes nicht durchgeführt. Durch die Trennung wird die palästinensische Bevölkerung weit mehr als bisher sich selbst überlassen und sich wirtschaftlich arrangieren müssen. Durch ihre hohe Geburtsrate wird der Effekt eines schrecklichen Druckkessels erzeugt. Fachleute denken unter Berücksichtigung der heutigen Umstände, dass das gesamte Zaunprojekt von etwa 600 km nie fertiggestellt werden wird. Das Interesse der heutigen Regierung liegt nicht an einer späten Realisierung des Allon-Plans (siehe Abschnitt 3) und der internationale Druck wird nicht mehr als die Trennung entlang der Grünen Linie zulassen. Doch die politische Situation ist im Fluss, Entscheidungen können geändert werden. Zudem scheinen die Kosten des Zaunes aus verschiedenen Gründen das vorgesehene Budget um ein mehrfaches zu überschreiten. Der Trennungszaun ist keine gute Lösung, doch in der Situation in der sich Israel heute befindet, ist sie die erträglichste. |
|
|